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images_1Bluthochdruck (Hypertonie) bei Kindern und Jugendlichen. Sind Mediziner gefragt?

Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen wird meist zufällig entdeckt. Priv-Doz. Dr. Thomas Kuehn für apimanu MedJournal.

Doch das Krankheitsbild tritt immer häufiger auf. Regelmäßige Voruntersuchungen sind umso wichtiger für Mediziner.

Priv.-Doz. Dr. Jörg Dötsch von der Klinik für Kinder und Jugendliche der Universität Erlangen-Nürnberg stellt fest, dass rund 3% aller untersuchter Kinder unter Hypertonie leiden. Nur selten ist eine andere Krankheit die Ursache, meist ist der Bluthochdruck eine eigene Erkrankung.

Bluthochdruck als eigenständiges Krankheitsbild nimmt bei Kindern und Jugendlichen seit Jahrzehnten zu. Hypertonie als eigenständiges Krankheitsbild, beispielsweise in Spanien, ist bei Kindern bis zu zwölf Jahren mit einer prozentualen Diagnostik von 11,8% zu verifizieren. Im Nachbarland Frankreich sind bereits im Jahre 2009 14,3% aller Jugendlichen Hypertonie erkrankt. In der Bundesrepublik Österreich leiden bereits Jugendliche bis zu sechszehn Jahren mit 7,8% unter Bluthochdruck. Immer häufiger sind Kinder diesen Alters übergewichtig bzw. bereits durch das Krankheitsbild Adipositas geprägt. Festzustellen ist, dass Kinder und Jugendliche zu wenig körperliche Bewegung haben, unter Fehlernährung leiden, bereits Karies erkrankt sind und eingeschränkt sind durch einen zu therapierenden Bewegungsapparat, deshalb ist ein weiteres Ansteigen dieses Krankheitsbildes und dieser genannten Krankheitszahlen zu befürchten.

Wird ein Kind mit Hypertonie nicht rechtzeitig behandelt, steigt das Risiko als Erwachsener Folge-Erkrankungen zu entwickeln. Besonders häufig sind lebensbedrohliche Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nieren- und Gefäßschäden. Zu frühzeitigen Entdeckungen tragen vor allem Vorsorgeuntersuchungen bei Ärzten und Heilpraktikern bei. Eine konsequente Behandlung hilft Folge-Erkrankungen zu vermeiden. Das berichtet „Druckpunkt“, das Gesundheits-Magazin der Deutschen Hochdruckliga.

Jeder Mediziner (Ärzte und Heilpraktiker) weiß: Hypertonie bei Kindern erfordert sofortige und schnelle Hilfe. Die Blutdruckwerte sind bei Kindern ganz unterschiedlich. So können Sie bei einem dreijährigen Kind 90 zu 65 messen und bei einem vierzehnjährigen Kind 110 zu 70. Jedoch basieren diese Werte auf Körpergröße oder noch genauer gesagt auf Körperoberfläche.

images_7Warnsignale für Bluthochdruck (Hypertonie) bei Kindern

1. Das Kind klagt über Kopfschmerzen oder Schwindel. 2. Des öfteren tritt Nasenbluten bei dem Kindespatienten auf.
3. Unruhe, Herzklopfen und Kurzatmigkeit sollten Sie als Mediziner immer Beachtung schenken.
4. Übelkeit, Erbrechen und Sehbehinderungen oder nähere Ursachen können Anzeichen für Bluthochdruck (Hypertonie) sein.
5. Eine dieser Diagnostik sollte zur Entscheidung einer Differentialdiagnose führen.

Kritische Grenzen (Vulzituität von Hypertonie)

Hypertonie besteht, wenn bei einem zwei- bis dreijährigen Kind der systolische Druck höher als 90 mm/Hg ist. Bis zu einem Alter von fünf bis neun Jahren darf der Blutdruck höchstens 95 mm/Hg zu 65 mm/Hg sein. Bei Schulkindern bis zum zwölften Jahr sind 105 mm/Hg zu 65 mm/Hg die Obergrenze. Eine signifikant verifizierbare Hypertonie bei Jugendlichen über zwölf Jahren besteht, wenn der Wert von 120 mm/Hg zu 70 mm/Hg überschritten wird. Bitte beachten Sie, dass dieses nur Mittelwerte bei normalgewichtigen Kindern mit Normalgröße sind. Eine Überweisung des Kindespatienten an einen Kinderfacharzt bzw. Kinderfachheilpraktiker ist mehr als anzuraten.

Folgen von Hypertonie bei Kindern

Hypertonie kann zu Nierenschäden, Schlaganfall und plötzlichem Herztod führen.

Wie kann man Hypertonie behandeln?

1. Fachliche Konsultation durch einen Arzt bzw. Heilpraktiker.
2. Therapieplanung zur Reduzierung des Übergewichtes bei Hypertonie.
3. Therapeutischer Körperbewegungsplan.
4. Elterliche Beratung im Bereich „Negativsitzen“ vor dem Computer, Fernseher, etc.

Hypertonie bei Kindern - von der Symptomatik über die Diagnose zur Therapie.

Symptome

Kinder sind in der Regel beschwerdefrei. Der erhöhte Blutdruck wird daher meist erst bei einer Routineuntersuchung entdeckt.

Erste Warnsignale können sein:

1. Kopfschmerzen
2. Schwindel
3. Nasenbluten
4. Herzrasen und Unruhe
5. Übelkeit und Erbrechen
6. Brustschmerzen
7. Kurzatmigkeit
8. Sehbehinderungen

Ursachen für Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern vor der Pubertät ist ein erhöhter Blutdruck häufig auf eine andere Kinderkrankheit zurückzuführen (= sekundäre Hypertonie). Am häufigsten ist dies eine Erkrankung der Nieren. Seltenere Ursachen sind Erkrankungen des Herzens wie Verengung der Hauptschlagader, Arotenstenose oder hormonelle Ursachen (z.B. Schilddrüsen, Nebennieren).
Bei Jugendlichen ist (wie auch bei Erwachsenen) ein hoher Blutdruck oft ein eigenständiges Krankheitsbild, d.h. es kann keine organische Ursache dafür gefunden werden (= primäre Hypertonie).

Risikofaktoren bei ansonsten gesunden Jugendlichen und Kindern für hohen Blutdruck sind:

images_21. Übergewicht, vor allem bei dickem Bauchumfang (Regel unter 100 cm bei Erwachsenen, unter 70 cm bei Jugendlichen). Vorgenannte Umfangszahlen stellen Grenzwertbereiche dar.
2. Hypertonie in der Familie (ca. 50% der Fälle).
3. Medikamente (z.B. die Pille zur Empfängnisverhütung, Asthmamittel, bestimmte nichtrezeptpflichtige Medikamente und u.U. die Verabreichung von Nahrungsergänzungsmitteln, die unter Verschluss für Jugendliche und Kinder aufzubewahren sind.
4. Schlafstörungen durch Schnarchen, Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer).
5. Andere Stoffwechselstörungen, die häufig mit einer Hypertonie zusammen auftreten wie: erhöhte Cholesterin- und Triglyceridwerte oder Insulinresistenz (Vorstufe des Diabetes Mellitus).
6. Ein vorübergehender Bluthochdruck kann durch Stress, Angst oder Koffein hervorgerufen werden.

Diagnose

1. Anamnese unter Einbezug der Beschwerden: Nachfragen nach familiärem Bluthochdruck, Herzerkrankungen wie beispielsweise Herzinsuffizienz, hohen Cholesterin- bzw. Triglyceridwerten, BMI, Übergewicht bzw. Adipositas.
2. Nachfragen nach Schlafstörungen.
3. Nachfragen nach leistungssteigernden Substanzen, Drogen, Nikotin, Nahrungsergänzungsmitteln.
4. Gewichtsanalyse: insbesondere BMI (Body-Mass-Index) und Bauchumfangsmessung.
5. Blutdruckmessungen: Zur Diagnose müssen mindestens an drei verschiedenen Arzt- bzw. Heilpraktikerkonsultationen jeweils ein erhöhter Bluthochdruck gemessen werden.
6. Augen- und Irisuntersuchungen.
7. Laboruntersuchungen: Blutzucker-, Cholesterin- und Urinuntersuchungen.
8. Bei Verdacht auf andere Erkrankungen: Ultraschall, EKG, Herzultraschall (Echokardiographie), Angiographie (Darstellung von Gefäßen mit Kontrastmitteln).
9. Untersuchung im Labor des Homocysteinwertes (hyc-Wert).

Das Krankheitsbild der Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen erfordert oftmals eine Differentialdiagnose.

Therapie

Einem Arzt und Heilpraktiker ist klar: Je früher erhöhte Blutdruckwerte behandelt werden, desto besser ist der Schutz vor Langzeitkomplikationen.

Allgemeine Maßnahmen

Bei Kindern und Jugendlichen mit Prähypertonie (hoch-normale Werte) und Bluthochdruck Grad I werden Änderungen der Lebensweise empfohlen:

1. Senkung des Körpergewichtes und des Körperfettes und regelmäßige Gewichts- bzw. Körperfettkontrollen.
2. Regelmäßige körperliche Bewegung.
3. Ernährungsumstellung: Fettarme Ernährung, evtl. des Salzkonsums (Natriumbeschränkung von 1200 mg/Tag), Rauch-, Alkohol- und Drogenstopp.

Medikamentöse und naturheilkundliche Behandlung

Bei folgenden Faktoren wird nebst den allgemeinen Maßnahmen eine medikamentöse bzw. naturheilkundliche Behandlung empfohlen:

1. Bei Beschwerden.
2. Bei nachweisbaren Organschäden durch Hypertonie am Herz, an den Nieren oder den Augen.
3. Bei Hypertonie, die durch eine andere Krankheit entstanden ist.
4. Bei Hypertonie und Diabetes.
5. Bei Hypertonie Grad I, die nicht auf eine Änderung der Lebensweise anspricht.
6. Bei Hypertonie Grad II.

Differentialbericht:  Kinder stehen unter Druck

Wie bereits geschildert, leiden Kinder und Jugendliche immer häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die bislang nur Erwachsene betrafen. Ein typisches Beispiel ist Hypertonie. Frühe Diagnose, angepasste Lebensweise und adäquate Therapie tragen dazu bei, Langzeitkomplikationen zu vermeiden.

Das Problem ist ernst.

Europaweit steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Hypertonie – häufig in Folge von Übergewicht und Adipositas. Nach aktuellen Schätzungen des European Health Commitee sollen bis zu 3% der Kinder und Jugendlichen in Europa bereits an Hypertonie leiden.
Die Europäische Gesellschaft für Hypertonie (European Society of Hypertension, ESH) nimmt dies zum Anlass, in ihren Leitlinien, die im September veröffentlicht wurden, erstmals Richtlinien zur Behandlung der Hypertonie im Kindes- und Jugendalter vorzustellen. (Lurbe, E., ET. AL., Management of high blood pressure in children and adolescents: recommendations of the European Society of Hypertension. J. Hypertens. 27, Nr. 9 (2009) 1719-1742.)

Diesen Leitlinien kommt hohe Bedeutung zu. Wird ein Kind mit Hypertonie nämlich nicht rechtzeitig und richtig behandelt, erhöht sich das Risiko als Erwachsener Folge-Erkrankungen zu entwickeln. Besonders häufig sind lebensbedrohliche Krankheiten wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Nieren- und Gefäßschäden. (Lurbe, E., ET. AL., Management of high blood pressure in children and adolescents: recommendations of the European Society of Hypertension. J. Hypertens. 27, Nr. 9 (2009) 1719-1742.) Studien zeigen, dass sich bei
vielen an Hypertonie erkrankten Kindern und Jugendlichen schon früh eine Arteriosklerose entwickelt. Rechtzeitige Diagnose und Therapie tragen dazu bei, dass diese Folgeschäden zu vermeiden sind. (Silke Meyer, W., arterielle Hypertonie im Kindes-Jugendalter. www.kik.uniklinikum-leipzig.de/download/hypertonie.pdf, (2009))

Einteilung nach Perzentilen

Bei Kindern steigt der Blutdruck mit dem Alter und der Körpergröße an. Dies macht es schwierig, eine klare Grenze zwischen normalen und erhöhten Werten zu ziehen, wie dies bei Erwachsenen geschieht. Definitionsgemäß beginnt die kindliche Hypertonie ab der 95. Perzentile, wobei Körpergröße, Alter und Geschlecht einbezogen werden (Lurbe, E., ET. AL., Management of high blood pressure in children and adolescents: recommendations of the European Society of Hypertension. J. Hypertens. 27, Nr. 9 (2009) 1719-1742.). Eine Hypertonie auf der 99. Perzentile bedeutet, dass nur 1% der Kinder von gleichem Alter, Geschlecht und Größe einen höheren Blutdruck als Kindespatient haben.

Blutdruckwerte zwischen der 90. und 95. Perzentile werden als Prähypertonie bezeichnet. Liegen die Werte um mehr als 30 mm/Hg oberhalb der 95. Perzentile leidet der Kindespatient unter einer schweren Hypertonie. „Die Perzentilengrenze, an denen wir uns orientieren, sind relativ eng“, erklärt der Kinderfacharzt Priv.-Doz. Dr. Robert della Pozza von der Ludwig-Maximilians-Universität München im Gespräch mit der pharmazeutischen Zeitung. „Manchmal bedeutet eine Blutdruckerhöhung um lediglich 5 mm/Hg, dass ein Kind als Hypertoniker eingestuft wird“.

Andere Mediziner, andere Meinungen: Die Deutsche Hochdruckliga hat bereits für Jugendliche ab dem zwölften Lebensjahr feste Grenzwerte beschlossen, bestätigt Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Rascher vom Universitätsklinikum Erlangen auf Anfrage. Die Grenze zum Hochdruck liegt bei 125/80 mm/Hg für zwölfjährige, bei 135/85 mm/Hg für sechzehnjährige und bei 140/90 mm/Hg für über achtzehnjährige.

Viele Ursachen sind möglich

Eine Hypertonie bei Kindern unter zehn Jahren ist meist organisch bedingt. Häufigste Ursache ist eine Nierenerkrankung. Auch endokrine Störungen wie Phäochromozytom, Hyperthyreose und Cushing-Syndrom sowie Erkrank-ungen des Nervensystems wie beispielsweise Hirntumor oder Enzephalitis können zu einem sekundären Hochdruck führen.

Während die sekundäre Hypertonie – wenigstens teilweise – durch die Behandlung des Grundleidens und damit kausal behandelt werden kann, ist dies bei der essentiellen Hypertonie nicht der Fall. Bei Jugendlichen ist der Blutdruck in 85 bis 95% aller Fälle essentiell. Wichtige Risikofaktoren sind eine familiäre Hypertonie und ein erhöhter Body-Mass-Index (BMI: Körpergewicht in Kilogramm/Körperlänge in m²). Auch Schlafstörungen wie Schnarchen und Schlafapnoe erhöhen möglicherweise das Risiko, einen essentiellen Hochdruck zu entwickeln. Daher wird der Arzt bzw. der Heilpraktiker bei der Anamnese auch nach Schlafproblemen wie Einschlafschwierigkeiten, Aufwachen während der Nacht, Schnarchen oder ausgeprägter Müdigkeit während des Tages fragen. (National High Blood Pressure Education Program Working Group of high blood pressure in children and adolescents, the 4th report of the diagnosis, elution, and treatment of high blood pressure in children. Pediatrics 14, Nr. 2 (2004) 555-576).

Frühe Diagnose beugt Schäden vor

„Um eine Hypertonie möglichst früh zu diagnostizieren, sollte der Arzt bzw. der Heilpraktiker bei allen Kindespatienten ab dem dritten Lebensjahr routinemäßig den Blutdruck untersuchen“ fordert Priv.-Doz. Thomas Kuehn. Mindestens drei unabhängige Messungen oder eine 24-Stunden-Messung sind notwendig, um die Diagnose „arterielle Hypertonie“ eindeutig stellen zu können. Die Diagnose ist von hoher Bedeutung für das Kind und den Jugendlichen. Er oder sie sind als krank einzustufen, was zunächst nicht-medikamentöse, dann evtl. medikamentöse Therapiemaßnahmen nach sich zieht.

Das für Kinder geeignete Verfahren der Blutdruckmessung ist die Methode nach Riva-Rocci und Korotkov. Der Blutdruck wird am Oberarm gemessen, wobei der Oberarm in einer horizontalen Lage zum Brustkorb zu liegen hat. Der Arzt oder Heilpraktiker legt eine Blutdruckmanschette am Oberarm an und er bläst sie über den erwarteten Blutdruck auf. Wird der Druck langsam gesenkt, so tritt zunächst ein sogenanntes Korotkov-Geräusch über der Arteria brachialis („Oberarmarterie“) bzw. Radialis auf, das man mit Hilfe eines Stethoskops hören kann. Das Korotkov - Geräusch wird leiser und verschwindet schließlich ganz. Der Druck, den man zu Beginn des Auftretens des gehörten Geräusches misst, entspricht dem systolischen Blutdruckwert. Der untere, der diastolische Druck ist erreicht, wenn das Geräusch leiser wird.

Bei der Untersuchung sollte der Kindespatient möglichst entspannt sein. Beim liegenden Kind muss sich die Oberarmmanschette in Herzhöhe befinden; dass sitzende Kind sollte seinen Arm auf den Tisch legen. Die Manschette muss den Arm lückenlos umfassen, die Breite der Manschette sollte etwa die Hälfte des Armumfanges betragen. Bei dem Kindespatienten sind verschiedene Manschettenbreiten von 2,5 bis 12,5 erhältlich. Keinesfalls sind Manschettenbreiten des erwachsenen Patienten zu verwenden. Wichtig ist, dass der Arzt bzw. der Heilpraktiker auch bei dem Kindespatienten entsprechende Manschettengrößen bereit hält. Jeder Kindespatient, dessen Blutdruck bei mehreren Bestimmungen oberhalb der 95. Perzentile liegt, erhält ein Blutdruck-Messgerät, sodass es seinen Blutdruck regelmäßig eigenständig kontrollieren kann. Elterliche Einweisung ist erforderlich. Die Kosten übernehmen normalerweise bei einem Kindespatienten mit diagnostizierter Hypertonie die gesetzlichen Krankenkassen in der Bundesrepublik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland.

Bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern ist die Blutdruckmessung nach Riva-Rocci und Korotkov zumeist nicht oder nur unzugänglich möglich. Für diese Kindespatienten gilt es Geräte anzuschaffen bzw. vorzuhalten, die mittels Mikrophon am unteren Manschettenrand, die in diesem Alter praktisch nicht hörbaren Korotkov-Töne direkt registrieren oder aber mittels Ultraschall und elektronischer Registrierung das Auftreten ruckartiger arterieller Blutströme unterhalb der Manschette als Kriterium der Systole aufzeichnen.

Die Diagnostik einer arteriellen Hypertonie ist im Kindesalter nicht immer einfach. Um eine Weißkittelhypertonie auszuschließen, ist eine ambulante 24-Stunden-Blutdruck-messung empfehlenswert. Dabei zeichnet ein tragbares ABPM-Gerät (Ambulatory Blood Pressure Monitoring) den Blutdruck auf. Dieses besteht aus einer Oberarmmanschette (manchmal auch noch einige EKG-Elektroden) und einer Box, die dem kleinen Patienten umgehängt wird und mit der er sich ungehindert bewegen kann. In der Regel wird alle zwanzig Minuten gemessen. Dies gibt über 24 Stunden 72 Blutdruckmessungen. Die Fülle der erhobenen Daten wird bisher allerdings kaum genutzt. So bestimmt man in der Regel lediglich einen Durchschnittswert für alle Messungen sowie Mittelwerte für eine Nacht- und Tagesperiode. (Zuther, P., ein Computerprogramm (ABPM-Fit) zur wissenschaftlichen und praxisbezogenen Auswertung von humanen und tierexperimentellen Blutdurckprofilen).

Unbedingt zu behandeln

Oft trete ein essentieller Bluthochdruck zusammen mit Risikofaktoren für ein metabolisches Syndrom auf. Hierzu gehören niedriges Plasma-HDL-Cholesterin, erhöhte Plasma-Triglyceride, Übergewicht sowie Insulinintoleranz bzw. Insulinresistenz oder Hyperinsulinämie. Daher sollten bei Patienten mit essentiellem Hochdruck auch Laboruntersuchungen wie Lipidprofil und Nüchternglukose durchgeführt werden.

Eine nicht-medikamentöse Therapie ist immer hilfreich. Mitunter kann sie den Blutdruck schon normalisieren. Dies ist vor allem bei grenzwertigem Hochdruck (90. bis 95. Perzentile) der Fall. Wichtig ist, dass die Kinder und Jugendlichen Übergewicht reduzieren. Kann ein übergewichtiges Kind seinen BMI um 10% reduzieren, sinkt sein Blutdruck in der Regel um 8 bis 12 mm/Hg.

Aber auch dann, wenn man die arterielle Hypertonie damit nicht ausreichend behandeln kann, ist die Gewichtsreduktion für den Kindeskörper gut. Vorteilhaft ist sicherlich regelmäßiger Sport. Ein Ausdauertraining von einer halben Stunde pro Tag verringert den Blutdruck um etwa 4 bis 9 mm/Hg. Daher ist Aufklärung wichtig. Die Eltern müssen wissen, dass Sport sich günstig auf die Blutdruckerkrankungen auswirken kann. Insbesondere Ausdauersportarten wie Schwimmen, Wandern und Radfahren sind empfehlenswert.

Die Ernährung sollte salz- und fettarm sein. So empfiehlt das amerikanische NHBPEP (National High Blood Pressure Education Program Working Group on high blood pressure in children and adolescents) eine Reduktion der Natriumaufnahme: die tägliche Natriumzufuhr sollte 1200 mg nicht überschreiten.

Und dann ist Geduld gefragt. Man sollte mindestens vier bis sechs Monate warten und schauen, ob diese Maßnahmen ausreichend wirksam sind. Bei einer Prähypertonie ohne zusätzliche Risikofaktoren könnte man sich meist auf die nicht-medikamentösen Maßnahmen beschränken und auf Medikamente pharmazeutischer Art verzichten.

Für und wider der Medikamente

Ab der 95. Perzentile ist eine medikamentöse Behandlung indiziert. Es gibt keine Altersgrenze nach unten. Zumeist ergänzt die Arzneitherapie die nicht-medikamentösen Maßnahmen. Oftmals ist es sinnvoll mit einer phytopharmazeutischen Therapie zu beginnen. Bei einer Hypertonie mit Zeichen von Organschäden, beispielsweise einer linksventrikulären Hypertrophie, sekundären arteriellen Hypertonie und Diabetes Mellitus, sind intensive medizinische Konsultationen auch unter naturheilkundlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen notwendig. Kindespatienten mit einer schweren Hypertonie (mehr als 30 mm/Hg über der 95. Perzentile) sind unverzüglich intensivst zu behandeln.

Hat der Bluthochdruck bereits Organe geschädigt oder leidet der Kindespatient zusätzlich unter anderen Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes Mellitus, wird eine Senkung der 90. Perzentile empfohlen. Ansonsten genügt es den Blutdruck unterhalb der 95. Perzentile zu halten. Medikamentöse Behandlungen beispielsweise durch Betablocker, Propranolol sind beschränkt zu verabreichen, insbesondere auf keinen Fall bei insulinabhängigen Kindespatienten des Diabetes Mellitus. Achtung, ACE-Hemmer sind als Antihypertensiva für Kinder nicht zugelassen. Diese Nichtzulassung gilt für die meisten EU-Staaten außerhalb Griechenlands.

Jüngere Kindespatienten bis zum zehnten Lebensjahr sollten stationär eingestellt werden, da die Einstellung mit Gefahren verbunden ist. Manchmal kommt es zu überschießenden Reaktionen und starkem Blutdruckabfall. Daher sollte mit einer möglichst niedrigen Dosis eines medikamentösen Verabreichungsmechanismus begonnen und diese langsam gesteigert werden. Ein sogenanntes Einschleichen ist empfehlenswert.

Betablocker allgemein stehen in der medikamentösen Therapie heute an letzter Stelle, denn sie führen zu zahlreichen Nebenwirkungen. Oft leidet der Kindespatient unter Antriebsarmut, Konzentrationsschwierigkeiten und Müdigkeit. Auch gastrointestinale Symptome wie Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen oder Obstipation wurden bereits mehrfach in medizinischen wissenschaftlichen Berichten geschrieben. Die Kontraktionskraft des Herzens nimmt ab, und es kann zu Bradykardie kommen. Kinder mit Diabetes sollten keine Betablocker bekommen, da diese die Stoffwechsellage verschlechtern können: eine Blockade von – 2-Rezeptoren verringern die Insulinsekretion.

Zudem verengen Betablocker die Bronchien; daher dürfen nicht-kardioselektive Betablocker wie Propranolol bei Asthma-Patienten nicht angewendet werden.

Bei belastungsinduzierter Hypertonie, d.h. erhöhtem Blutdruck unter körperlicher Belastung, sind radioselektive Betablocker wie Atenolol oder Metoprolol jedoch zum Teil Mittel der ersten Wahl, wenn der Arzt oder Heilpraktiker unbedingt pharmazeutische Mittel verabreichen möchte.

Ist die medikamentöse Therapie mit einem einzelnen Präparat erfolgreich und der Blutdruck normalisiert sich, so ist dem Arzt bzw. Heilpraktiker angeraten, die Dosis unbedingt schrittweise zu reduzieren und evtl. ganz auf das Medikament zu verzichten.

Alternative Behandlungsmethoden aus der Ethnomedizin, wie beispielsweise der Traditionell Chinesischen Medizin und der Traditionell Ayurveda Medizin stellen ein breit gefächertes und jahrtausend altes „Therapieprogramm“ bereit. In den  Angloamerikansichen Staaten werden auch Kindespatienten seit langem durch Ärzte mit traditionell-medizinischen (Zusatz-)Ausbildungen erfolgreich behandelt.

Auch in Europa stehen bereits zahlreiche naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten bereit. Fachärzte für Naturheilkunde, Naturärzte und Heilpraktiker sind Beispiele, aber auch Apotheken, die sich auf die Naturheilkunde und Phytopharmazie spezialisiert haben, sind nicht mehr weg zu denken. Krankenhäuser, wie das „Krankenhaus für Naturheilweisen im München“ beispielsweise bieten Naturheilvefahren an.


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